Unser rollendes Heim

Liesel, mit vollem Namen Dieselliesel, ist nicht etwa die Dritte an Bord. Nein, sie ist sozusagen die Hauptperson.

 

Offensichtlich geben ja viele Reisende ihren treuen Untersätzen einen Namen. Auch wir haben die Dicke, wie sie wahlweise auch genannt wird, einfach so ins Herz geschlossen, dass es schon manchmal unheimlich wird. 

Bar jeglichen technischen Verstandes haben wir uns bei der Suche nach ihr  an Altbekanntes gehalten. 

Martin habe ich kennengelernt mit seinem höchst ungewöhnlichen Fahrzeug.  Jedenfalls in Anbetracht der Situation.

In einem Abendkleid bei Minustemperaturen in einem alten MB 508 nach Hause gefahren zu werden empfand ich jedenfalls mal als echt anders. Zumal unser Brummer (bekam natürlich auch einen Namen) auch noch aussah wie eine grüne Minna!

Der Brummer nahm ein trauriges Ende. Mit dem Baujahr 1972 gelang es ihm doch tatsächlich, nachdem ein Golf mit 2 bekifften Jugendlichen an seiner Stoßstange strandete, anzuspringen, allein loszufahren und sich nach 50 m und einem aufgeschrammten LKW später, an einen Baum zu klammern. Totalschaden.

 

Dann fanden wir sie...

Eine wunderschöne, ehemalig als Speiseeistransporterin missbrauchte, Mercedes Benz Vario 814 Dame vom Baujahr 1997.

Der Vorbesitzer hatte sie mit einer Omnicar Kabine versehen, die ob dessen Körperlänge wirklich ein "hohes" Raumgefühl vermittelt :) Sein Selbstausbau ist, wie sagt man, "funktional", aber sehr, sehr gut durchdacht.

Wir haben allerdings noch einiges nachgerüstet und nachgebessert. Wir sind nun  für einige Tage völlig autark.

Auch die Sicherheit hat uns einige Überlegungen abverlangt. Wir sind keine Freunde der Elektronik, so dass komplizierte Alarmanlagen nicht so in unsere Vorstellung passen ( wer da wohl auch schon zur Hilfe eilen würde...?).

Wir bauen auf Voraussicht. Was will ein Einbrecher? Schnell, zügig und ohne viel Tamtam einsteigen und mitnehmen. Also haben wir uns für das denkbar Einfachste entschieden. Das Reinkommen erschweren. Das war unsere Wahl.

Umgesetzt von Herrn Zischke. Besitzer des Einmann Unternehmens, der Oelmühle in Burscheid. Hier der link.

Alles handgefertigte und paßgenaue Lösungen für die Liesel. Rein kommen jetzt eigentlich durch die Fenster nur noch Zwerge. Durch die Türen nur noch Menschen mit Sprengsätzen.

Und das Beste: Alles eigentlich recht unauffällig. Am "dramatischsten" wirkt eigentlich das Heki über dem Bett. Also, wer sich einmal wie ein Insasse in einer Vollzugsanstalt fühlen möchte, kann sich gern einmal auf unser Bett legen und hochgucken. 

Einen weiteren Luxus haben wir uns ebenfalls gegönnt: eine kugelsichere Frontscheibe. In erster Linie nicht wegen drohender Beschüsse ( ich hoffe doch nicht....), sondern wegen drohender Schäden durch Steinschlag.

 

Das ganze andere nötige Equipment unterscheidet sich dann keinen Deut von jenem, worüber im WWW wirklich schon sehr, sehr viele Reisende detailliert Auskunft erteilt haben. Bei diesen möchten wir uns ganz herzlich bedanken. Viel gelernt haben wir von den tollen Seiten von Klaus und Petra  link und Christian link. Diese Seiten und auch das Buch von Klaus sind wirklich sehr empfehlenswert.

 

Ist sie nicht schön? Und so anders als die Anderen.....

Und dann haben wir uns noch für eine optische Verschönerung  entschieden:

Von unseren vorhergehenden Fahrten. Die besten Plätze gibt es nur mit Wohnmobil- so isses.