Wenn dein Boot,

seit langem im Hafen vor Anker,

dir den Anschein

einer Behausung erweckt,

wenn dein Boot

Wurzeln zu schlagen beginnt

in der Unbeweglichkeit des Kais

Such das Weite.

Um jeden Preis müssen 

die reiselustige Seele deines Bootes und deine Pilgerseele

bewahrt bleiben.

 

Dom Helder Camara,  Erzbischoff von Recife gestorben 27.8.1999

 

Die "Idee" die Panamericana zu fahren kommt wohl ungefähr so plötzlich, wie die Entscheidung sich von jemandem zu trennen ( natürlich ein etwas berufstypischer Vergleich :) ). Also, dass Ergebnis dürfte wohl weit schöner sein, aber der Weg dahin ist ähnlich. Ein Prozess.

Die Kinder werden flügge. Den Job kann man. Fühlt sich eigentlich pudelwohl.  Man fühlt sich eingerichtet.

Und genau daraus erwuchs die "Idee".

Also nicht wie bei so vielen Panamerica Reisenden vor uns, die es offensichtlich  schlauer angepackt hatten und irgendwie schon vorher dauernd länger auf Achse waren. Das ging bei uns nicht. Wir konnten nur in normalen Zeitfenstern reisen.

Wir starteten also nicht, weil wir es  schon immer nur 3 Monate am Stück zu Hause aushalten. Nein, wir starteten, weil es passte. Die Kinder sind bis auf unsere Jüngste mit dem Studium durch und Martin geht "in Rente". Ein unglaublicher Vorteil unseres Altersunterschiedes. Das sichert natürlich das tägliche Einkommen. Warum dann also nicht noch einmal ein Abenteuer wagen?

Südamerika. Was uns vor einigen Jahren noch so unwahrscheinlich und utopisch erschien, ist uns seit dem Auslandsjahr unserer Tochter in Argentinien 2007/2008 sehr ans Herz gewachsen. Das Interesse für Südamerika insgesamt wuchs und wuchs.  Und dann war er plötzlich da der Gedanke. Du, wie fändest Du das denn, wenn wir uns nicht nur Südamerika angucken, sondern die gesamte Strecke von Südamerika bis Alaska fahren?

Und dann kamen die "aber".......

Wir können doch das große Haus nicht so lange leer stehen lassen, was ist denn mit den Jobs? Ist das nicht supergefährlich? Was ist mit den Hunden? Was ist mit den Kindern?

Tja, und nun, ca. 4 Jahre später, ist alles so, als sei es doch ganz klar und vor allem ganz einfach. In der Tat. Es ist letztlich einfach. Man muss es nur angehen. Die Kinder zogen nacheinander alle vier aus. Das Haus war dadurch ohnehin zu groß ( und zu leer!). Zack, verkauft und ein kleines Puppenstubenreihenhaus für uns beide und die Hundedamen gekauft ( leider sind unsere Fellnasen mit 12 und 15 Jahren in 2012/2013 verstorben). Dann zeitig begonnen mit dem doch schon fortgeschrittenen Gehirn spanisch zu lernen. Die Idee entwickelt, dass Martin schon mehr als ein Jahr vor Beginn der "Regelalertsgrenze" aus dem Job raus geht. Ich habe mich für ein - wenn auch zwei jähriges - Sabbatical entschieden und offene Ohren in der Kanzlei gefunden. Und nun sind wir wirklich so weit.

 

So einfach ist das. Aus einer Idee wird immer die Realität, wenn man einfach einen Schritt nach dem anderen in Richtung Ziel geht.

 


Das, was insbesondere mich beschäftigt und worauf ich dann hoffentlich Ende 2017 ein Antwort habe, ist die Frage "bin ich für so was eigentlich der richtige Typ"? Ich vertraue an dieser Stelle fest auf Martin und unser Zusammenspiel. Da er zu 100% geeignet ist, wird's schon klappen. Seine innere Ruhe und Gelassenheit gegen meine Energie und Organisationswut. Schau`n wir mal.........