20.4. bis 29.4.2018

Die Peloponnes ist einfach hübsch. Irgendwelche Stellen, die wir ganz schrecklich fanden, haben wir bisher nicht gesichtet.

Das Einzige, was uns wirklich nervt, ist die Verbrennerei von jeglichem Gartenabfall. Was für fette Rauchsäulen da überall entstehen. Da haben die Griechen das noch nicht so mit dem Umweltbewusstsein. Auch der Gang zum nächsten Abfalleimer, von denen es hier wirklich ausreichend gibt, scheint dem einen oder anderen dann doch zu mühsam zu sein. Kann aber alles der Schönheit des Landes nichts anhaben.

Hier mal einige Bilder von Stehplätzen, Aussicht usw.:

Aus unserem " Rother Wanderführer" - ja, auch der Flachländer will wissen, wo es lang geht - hatten wir eine interessante Wanderung zur Rindomo Schlucht entdeckt. Allerdings als schwarz und damit schwer gekennzeichnet. Da sollte man zur Schlucht runter und dann in der Schlucht kilometerlang über teilweise hohes Geröll im Flussbett klettern. Dazu auch noch Passagen durch eiskaltes kniehohes Wasser, wo nicht alles versickert ist.

Bevor jetzt alle andächtig über unseren Wandertrieb staunen, löse ich mal auf. Ich habe die Tour zu Ende gelesen und den freundlichen Hinweis gefunden, dass man auch gemütlich oben am Berg über einen Weg zum Schluchtende wandern und dort erst absteigen kann. Dort sei ohnehin der interessanteste, weil engster Schluchtteil, mit uralter drüber gebauter Steinbrücke, die die beiden Talseiten verbindet.

Sieh an. Das wollten wir dann am nächsten Morgen in aller Frühe mal angehen. Wir wurden zu dieser Tourvariante auch Abends bestärkt, als ein Trupp missmutig dahinschlurfender, offensichtlich völlig abgekämpfter Wanderer an uns vorbeischlich, die die Tourbeschreibung wohl nicht zu Ende gelesen hatten und sich mühsam über Stunden über Geröllberge gequält haben.

Wir hatten Übigens einen 1 a Stellplatz mit direktem Blick in die Schlucht.

Und wir müssen schon sagen. Der Wanderführer hatte nicht übertrieben, als er beschrieb, dass es sich hier um einen der spektakulärsten Canyons Griechenlands handelt. An der engsten Stelle, wo sich die beiden Felswände fast berühren, ist es in dem engen, dunklen Korridor dazwischen sehr beeindruckend.

Als nächstes mal wieder etwas Trümmertour, verbunden mit schöner Landschaft. Dafür sollten wir unbedingt auf der " No Toll" Straße von Kalmata nach Sparta fahren. Kurz vor Sparta liegt dann Mistras.  Na, wer weiß was darüber? Ich jedenfalls vorher nichts.

Eine mittelalterliche Geisterstadt. Um 1700 zählte sie 42.000 Einwohner. Es sind prächtige Kirchen, Klöster und Paläste teilweise erhalten und sorgsam restauriert worden. Der Niedergang kam mit dem Freiheitskampf der Griechen. Von den Türken gerufene Albaner plünderten die einstige Metropole, verschonten aber weitestgehend Kirchen und Klöster ( so steht es in meinem Peleponnes Führer von Dumont, der wird ja wohl nicht flunkern).

 

Die Anfahrt über die alte Straße durch die Berge war wirklich großartig und von der Straßenführung wirklich südamerikanisch.

Und dann kam er wieder. Unser Rother Wanderführer. Wieder eine schwarze Tour. Die Polylimnio Wasserfälle. Hörte sich doch gar nicht so schlimm an. Ok., " kurze , leichte Kletterstellen werden mit Hilfe von in den Felsen gehauenen Stahlbügeln und Sicherungsseilen überwunden.... an einigen Stellen sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich" auch das " nach der Schneeschmelze kann der Fluss sehr viel Wasser führen. Die Wanderung ist dann unter Umstaänden nicht gefahrlos möglich" hatten wir ein wenig unterschätzt. Was auf den Bildern so lieblich plätschernd aussieht, war echt eine harte Nuss. Der Fluss besteht aus herrlichen Wasserfällen, die flussaufwärts immer höher werden. Also muss auch immer höher geklettert werden. Teilweise steil rauf und ganz oben dann über den Wasserfall rüber, der hier natürlich nach der Schneeschmelze soviel Wasser hatte, dass wir und durch selbiges durchkämpfen mussten. Immer schön an die Seile geklammert..... Aber toll sah es aus. Ein wirklich tolles Erlebnis. Die Farben sind original. Nicht geschönt!!!!!

Und jetzt haben wir uns erst einmal einige Tage Ruhe verordnet. Die alten Knochen wieder einsortieren. Stehen wunderbar auf einem aufgegebenen Campingplatz direkt am Strand mit einigen anderen Wohnmobilen. Und stellt Euch vor, es hat heute hier geregnet!!! Gibt es also auch. Hatten wir gar nicht mehr geglaubt, bei all dem blauen Himmel.