Andreapolis Verpasswas

Wenn das so weiter geht, schaffen wir entweder nur die Hälfte aller schönen Buchten und Städte von Griechenland (Martins Vorschlag) oder ziehen das Tempo an (mein Vorschlag, der zu meinem neuen Namen führte).

Bisher zeigt sich Griechenland als wunderbares Reiseland. Das ist ja vertrackt, wieviel schöne Buchten und tolle Landschaft das hier gibt. Jede Kurve beschert einen neuen Blick. Die Auswahl unserer Ziele fällt uns hier wirklich erstmalig richtig schwer. „Geschafft“ haben wir jetzt die Strecke von Igouminitsa im Norden bis einschließlich der Insel Lefkas, die über einen Damm erreichbar ist. Bei jeder Bucht, die wir auslassen, habe ich das Gefühl ich „verpass was“.

Dieser Blog hier aus Griechenland wird sicherlich sehr viel mehr Bilder, als Text enthalten. Hier „passiert“ natürlich viel weniger, als in Südamerika, weil die Exotik natürlich nicht da ist. Aber landschaftlich sind wir sowas von angetan. Wir hatten uns das so nicht vorgestellt. Wo fange ich mal an?

Wir hätten nicht erwartet, dass die Griechen uns so nett empfangen. Irgendwie dachten wir, wir würden hier eher die „verhassten“ Deutschen sein. Aber nein, kein Stück. Ob das nun daran liegt, dass hier noch überhaupt gar keine anderen Touristen um diese Jahreszeit herumreisen, wissen wir natürlich nicht. Aber bisher haben wir noch keinerlei Negatives erlebt. Alle können hier offensichtlich auch ein wenig englisch. Selbst ältere Griechen können auf unsere „Gebärdensprachenfrage“, ob wir da wohl mit der Liesel durchkommen mit „no Problem“ antworten.

Das führ auch gleich zur nächsten Überraschung. Die Straßen die wir bisher gefahren sind, sind samt und sonders „Südamerikaniveau“. Wir fahren natürlich nicht auf den Hauptstraßen, sondern eher Nebenstrecken, da die Buchten nur so erreichbar sind. Die Navilette findet die Straßen offensichtlich so schlecht, dass sie immerfort sagt „ rechts abbiegen auf die unbefestigte Straße“. Nun, ja, in gewisser Weise hat sie auch Recht. Asphaltiert kann man das nicht nennen. Zur Auswahl steht bei der Navilette aber auch noch „abbiegen auf den Feldweg“. So holpern und stolpern wir also wieder mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit einer mittelschnellen Schnecke durch die Lande. Liesel macht auch schon einen ganz entrüsteten Eindruck, hatten wir ihr doch zugesagt, dass Europa „ganz anders“ sein wird als Südamerika.

Weiter hat uns überrascht, wie „allein“ wir hier sind. Ganz und gar keine anderen Touristen. Das mag nun daran liegen, dass die Saison hier erst zu Ostern beginnt oder daran, dass die Strecke, die wir bisher gefahren sind, nicht der Touristenhotspot ist. Zu einsam, zu schwierig zu fahren, zu wenig  große Städte mit Remmidemmi, noch kein einziger Campingplatz offen. An manchen Buchten gibt es außer mal so einer provisorischen Taverne nichts. Aber natürlich sehen wir auch hier rege Bautätigkeit. An manchen Stellen wurde sich dann jedoch auch ganz offensichtlich übernommen und ein Überangebot führt dann schnell zum Leerstand.

Für uns aber jetzt geradezu ein Paradies. Auch hier in Griechenland soll das freie Stehen an den Stränden in der Saison nämlich immer mehr eingeschränkt sein. Wir sind gespannt, wie viele Wohnmobile hier dann ab April/Mai kommen oder ob z.B. auf der Peloponnes mehr los ist.

Das Wetter ist hier noch sehr unbeständig. Von richtigem Sommergefühl, über grau und Gewitter ist alles dabei. Daher ist aber auch alles so schön grün.

 

Aber damit Ihr versteht, was ich alles so meine, hier mal Fotos für die ersten Eindrücke von der Landschaft und den Straßen. Die ersten Bilder habe ich dabei auf der Strecke Igouminitsa bis Loutsa aufgenommen. Wir sind fast ausschließlich auf der Küstenstraße gefahren, oft mit Abzweigern zu den Stränden, die um diese Zeit zum Teil noch sehr unaufgeräumt sind. Übernachtet haben wir nur an Stränden, die wir wirklich richtig toll fanden und sind dort dann auch mal 2 Nächte geblieben. Die zeige ich dann mal gesondert.

Auf diesem Weg besuchten wir zwei kleinere Städtchen. Sitova, dass sehr italienisch anmutet und Parga, dass wohl im Sommer ein wirklicher Hotspot sein soll. Da hatten wir allerdings besonders schlechtes Wetter und lauter geschlossene Restaurants, was ein wenig morbid wirkte.

Diesen Galan hatten wir übrigens als Stadtführer dabei. Er war so von unseren Holden angetan, dass wir ihn die ganze Zeit nicht loswurden. Er versuchte  dann immer wieder sich mit herzallerliebstem Augenaufschlag bei mir als Schwiegermutter in Spe einzuschmeicheln. Umsonst. Kein Kontakt unserer Emma zu Einheimischen! Die kratzen sich ja doch alle enorm viel hier die Hunde, die allesamt wohl mehr oder weniger draußen leben.

 

 

Und dann kam nach Parga unsere erste Traumbucht.

Tja, hier waren wir zwei Nächte. Völlig allein bei strahlendem Sonnenschein. Mit Traumblick aus der Liesel.

Auf dem weiteren Weg Richtung Lefkas besuchten wir noch einige Strände, die wir aber nicht so spektakulär fanden.

 

Wir fuhren bei nun schlechterem, grauen Wetter zu auf Lefkas, die mittels Klappbrücke und Damm erreichbar ist. Eine schroffe Insel. Bergig und auf der Westseite wenig erschlossen, obwohl hier die schöneren Strände sind. Die bergige Küstenstraße auf dieser Seite allerdings auch in einem unvergleichlich schlechteren Zustand als die östliche Seite. Wir fuhren hier einen Strand an, der uns dann zum Übernachten nicht zusagte, insbesondere deshalb nicht,  da jemand meinte seinen gesamten Baumschnitt direkt am Hang dahinter wegqualmen zu müssen. Wie brachen also am Spätnachmittag unsere Zelte dort ab und fuhren in der untergehenden Sonne, die die Berghänge echt golden beschien auf zur nächsten angekündigten Bucht, die im Reiseführer  hoch gelobt wurde.

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Im fast Dunklen schraubten wir uns dann in Serpentinen zur Bucht herab. Viel konnten wir da nicht mehr sehen.

Das erwartete uns dann am nächsten Morgen. Ich betone hier ganz ausdrücklich, dass die Farben kein Ergebnis von irgendeiner Fotobearbeitung , sondern wirklich und wahrhaftig so sind! Unglaublich. Hier soll im Sommer die Hölle los sein. Wir waren komplett alleine hier. Die ganz Pracht für uns. Was für ein herrlicher, sonniger Tag und  Ausblick von unserem Logenplatz.

Am Abend zog dann ein  unglaubliches Gewitter auf

Ich googlte noch mal schnell nach der Sache mit dem faradayschen Käfig in Bezug auf einen Wohnmobilausbau. Im Ergebnis verbrachten wir eine nette Zeit zu dritt im Führerhaus.

 

Wir umrundeten sodann Lefkas und fuhren wieder auf dem Festland durch eine wunderschöne grüne, sanfte Hügellandschaft, vorbei an einem 1971 durch ein Erdbeben zerstörtes Dorf, zu unserem jetzigen Stehplatz bei Pogonia. Was soll ich sagen. Ist einfach hübsch hier. Auch jetzt stehen wir wieder völlig allein. Wie und breit kein Mensch zu sehen.

Martin hat hier in Griechenland übrigens eine fast als gierig zu bezeichnende Vorlieb für dickes, feistes Weißbrot entwickelt. Das ist man aber auch lecker!!! Aus dem Holzofen. Bleibt uns mal weg mit dem gesunden Vollkornbrot.

So, das war jetzt erst einmal der erste Eindruck von Griechenland. Wir sind gespannt, was uns nun weiter erwartet. Jetzt geht es erst einmal Richtung Peloponnes. In Patras habe ich uns schon einmal ein Hundefachgeschäft herausgesucht. Wir müssen für Emma unbedingt einen Maulkorb finden. Nein, sie ist nicht plötzlich bösartig und bissig geworden. Aber sie dürfte mittlerweile in jedem Haushalt als optimaler Staubsauger einsetzbar sein. Alles, wirklich alles, verschwindet ruck zuck in ihrem Maul. Ihr wollt gar nicht genau wissen, was alles. Die Leute denken bestimmt schon der Name des Hundes sei „ auuuuuuusssss“. Um uns eine Heiserkeit und Emma Freiheit zu gewähren, bleibt nur noch der Maulkorb auf Strandspaziergängen. Hoffentlich gibt sich das bei ihr, wenn sie älter wird.

 

Bis zum nächsten Mal.

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Kommentare: 3
  • #1

    V. Christ (Mittwoch, 15 März 2017 02:48)

    Hallo, wie gewohnt schöne Bilder von traumhaften Landschaften! Ich wünsche Ihnen auch weiterhin eine gute Reise, alles Gute und viel Glück von Ihrem V. Christ

  • #2

    Gerlinde und Wolfgang (Samstag, 01 April 2017 21:46)

    Hallo ihr beiden,
    erinnert ihr euch noch an uns? Wir haben uns genau heute vor einem Jahr in den Thermen bei Santa Rosa/ Kolumbien getroffen. Beim Blick auf eure Seite wundern wir uns über euer Aufenthaltsland, wir haben euch noch in Amerika vermutet.
    Wir hoffen euch geht's gut.
    Gruß
    Gerlinde Wolfgang

  • #3

    Jogi R. (Montag, 01 Mai 2017 14:27)

    Huhuuu?!?!?
    Wie ist es euch in der Zwischenzeit ergangen? Seid ihr noch auf Tour? Ich hoffe, es ist alles ok!
    Gruß, Jogi