Durchgefroren

Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Wir haben uns durch Deutschland, Belgien, Frankreich und das spanische Inland gefroren und sind in Portugal  angekommen.  

Auch hier ist es frischer, als gedacht, aber kein Vergleich zu dem Wintercamping auf der Tour. Kinder, Kinder, was war das scheußlich. Minus 10 Grad war Nachts  der Kälterekord in Frankreich. Die Heizung wummerte und wummerte. Emma musste im Hundemantel schlafen, wollten wir nicht am nächsten Morgen einen "kalten Hund" genießen. Ich hatte wirklich alles an, was ging. Selbst vor der langen Unterhose machte ich kein Halt.

Bei der Frostübernachtung trauten wie unseren Augen nicht. Vor uns auf dem Platz ein schnöder VW Bus T5 mit Aufstelldach. Also eigentlich schlicht ein Zelt, in dem man auf dem Autodach schläft. Zeltwände sage ich nur und Minus 10 Grad. Das müssen ja harte Burschen sein dachten wir. Denkste. Das war ein  altersmäßig wirklich extrem fortgeschrittenes unerschütterliches schottisches Ehepaar. Mit Stil wohlgemerkt.  Am Morgen, wir kamen gerade tiefgefroren vom Spaziergang mit Emma zurück, öffnete sich die Schiebetür und ein perfekt mit Tweedkarosakko, Weste, Cordhose und Tweedkappe gekleideter älterer Herr begrüßte uns freundlich.

Wir grüßten zurück und schlichen hochachtungsvoll mit unseren Treckingjacke und Jeans davon. Großartiges Paar, diese Schotten.

 

Mit der Liesel sind wir nach wie vor recht langsam unterwegs. Es ist doch immer wieder demütigend, wenn einen die LKW überholen. Aber!!! In Südeuropa fahren die irgendwie auch schneller, als bei uns.

So haben wir 5 Übernachtungen benötigt bis zur portugiesischen Küste in Höhe von Aveiro. 250 km über Lissabon.  Wir haben uns entschlossen lieber die portugiesische Küste herunterzufahren, als noch länger durch Spaniens Innland zu eiern. Diese Strecke ist wesentlich hübscher und auch nicht wesentlich länger.

Der erste Schnitzer passierte uns sofort nach Überfahrt der Spanisch/Portugiesischen Grenze. Martin? Was sind das für Schilder?? Easy Toll. Aha??  Wieso heißt denn hier die Maut so komisch? Und wo sind denn nun die Straßensperren mit den gierigen Kassen? 

Da, wir sollen rechts raus fahren auf eine andere Fahrspur. Wir sind doch die "Extranjeros", die dort heraus gebeten werden. Anfahrt auf einen Automaten. Davor eine auf grün leuchtende Ampel. Was sagt uns das? Grün kennen wir. Das heißt zack weiter und den Automaten keines Blickes gewürdigt.

Feeeeeeeeeehler!!!!!!!!!!

Irgendwie überkam mich bei der Weiterfahrt so ein merkwürdig Gefühl. Schnell mal bei Google nach Portugiesischer Maut nachgefragt und siehe da. Wir fuhren nun als Zechpreller, bedroht mit Riesenstrafe, die ja nun bekanntlich in Europa leider auch Länderübergreifend eingetrieben werden kann. Ups. Ausgerechnet die von uns gewählte Autobahn hat schon das neue elektronische Mautsystem in Kraft und die liebliche grüne Ampel wollte uns nur anzeigen, dass der Automat funktioniert um sich mit Kennzeichen und Kreditkarte zu registrieren. Man wird bei der Durchfahrt nämlich hübsch mit Wagen und Kennzeichen aufgenommen.

Mist, jetzt sind wir die durch alle Länder auf mautfreien Strecken gefahren ( die Liesel kostet ca. 4 x soviel wier ein PKW!) und auf der einzigen von uns ausgesuchten Mautstrecke sind wir die dämlichsten Extranjeros und sollen uns mit der angedrohten Strafe dumm und dusselig zahlen.

Das galt es zu verhindern.  Ausfahrten, Tankstellen oder sonst hilfreiche Stellen. Fehlanzeige. Ich surfte also blitzschnell weiter im Netzt und fand die erquickliche Möglichkeit online quasi eine Prepaidmaut zu kaufen, von diesem Guthaben ziehen die gierigen Portugiesen dann die gefahrenen Mautstrecken ab.

Geht doch. Die schon zechprellerisch gefahrenen Kilometer waren auch nachträglich geheilt, da die Prepaidmaut an dem Tag ab 0.00 galt.

 

Dies ist jetzt erst einmal nur ein kleiner erster Blogeintrag. Sozusagen zum Aufwärmen. Ich muss da erst noch einmal wieder rein finden. und Hier sind jetzt einfach mal ein paar Bilder der Fahrt vom Spaziergang im Schnee, über Verkehrschaos in Belgien an einem beliebten Rodel und Langlaufhotspot und einem traumhaften Stellplatz an einem Stausee in Spanien.

 

 

Hier Emmas Klauaktion. Die Nase von dem Ding muss weg:

Tja, und hier stehen wir jetzt. Ein Traumplätzchen an der portugiesischen Küste, Praia da Vagueira. Allerdings haben wir uns kurzfristig gefragt, ob unsere Navilette möglicherweise den Kurs nach Dänemark eingeschlagen hat.

 

Und endlich kann Emma ihrer Bestimmung frönen. So viel Beute auf einmal.

Bis zum nächsten Mal!!

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Kommentare: 2
  • #1

    Edel (Sonntag, 22 Januar 2017 15:51)

    Hallo Ihr Lieben, wie haben wir diesen Blog vermisst. Vielen Dank für die schönen Fotos. Wir wünschen Euch eine schöne Reise und bleibt gesund. LG Edel & Wolfgang

  • #2

    Birgit Desing (Freitag, 03 Februar 2017 12:37)

    Hallo ihr Lieben,

    es war so schön, euch in Manta Rota kennen gelernt zu haben!
    Schade, dass die Zeit so kurz war und schade auch, dass ihr in Deutschland so weit weg wohnt.
    Solltet ihr mal ins Ruhrgebiet kommen, meldet euch gerne!
    Viel Spaß noch bei eurer Reise!

    LG von
    Birgit & Jörg mit
    Renzo & Xam
    und Moritz im Herzen

    P.S. Unsere HP ist leider so gar nicht aktuell. :-(