Mit einem Sprung auf die Nordhalbkugel

Da sind wir wieder, fast schon zu Hause.  Die GPS Positionen beginnen nun wieder mit einem „N“, nicht mehr mit einem „S“.

Zuvor waren wir aber erst einmal an der Laguna Quilotoa. Wer sich jetzt Badefreuden und Sandstrand vorstellt, irrt. Es handelt sich um einen Kratersee auf rund 3.600 Metern. Nahezu kreisrund fasst der schroffe Kraterrand den 250 Meter tiefen See ein.

Diesen Kratersee kann man zu Fuß umrunden und läuft/klettert dabei immer genau auf dem Kraterrand, der bis auf 4.000 Meter ansteigt. 10 km ! Na, ja, das ist ja nichts für Sesselpupser. Schaffen wir das? Und dann auch noch auf dieser Höhe? Man darf keine Höhenangst haben schreibt man. Haben wir die noch? Nee, abtrainiert.

Also frisch an`s Werk. Wir starten im Nebel und ganz leichtem Regen. Aber es war ganz wunderbar. Das Wetter lockerte sich dann zwischendrin auch immer wieder auf. So konnten wir dann auch besser die steil zu beiden Seiten abfallenden Kraterwände sehen, auf denen wir herumturnten. Ja, also wer hier Höhenangst hat, hat ein wirkliches Problem.

Es war anstrengend. Sehr anstrengend sogar. Das erste Drittel empfanden wir noch als herrlich und beglückwünschten uns immer gegenseitig für unsere tolle Kondition. Aber das dicke Ende kommt ja – wie so oft- erst zum Schluss. Man, was waren das für Kraxeleien. Steil hoch und steil wieder runter und wieder steil hoch usw.

Wir waren nach 4 Stunden echt fertig. Richtig fertig. Martin meinte seine Beine würden ihn nun auf keinen Fall noch einmal steil hoch schleppen. Dann fing es auch noch an zu schütten. Von diesem Bild des Jammers habe ich dann keine Fotos mehr gemacht. Ehrlich, mir fehlte die Kraft den Fotoapparat hochzuheben. Und das, obwohl ich wegen des Wetters nur die winzige Ritschratsch eingesteckt hatte (was auch die miese Bildqualität erklärt). Wir schleppten uns dann nach fast 5 Stunden in die Liesel zurück. Was für eine Anstrengung, aber auch was für eine tolle Tour. Wohl mit die Beste der bisherigen Reise. „Ohne Fleiß kein Preis“. Sehr merkwürdig, wie wahr diese uralten Sprüche doch immer sind. Wir übernachteten dann noch eine Nacht bei dem See, da wir wirklich und wahrhaftig nicht mehr weiter fahren konnten.

 

Am nächsten Tag war das Wetter dann um vieles besser. Das gab mir die Gelegenheit noch einmal eine richtig schöne Aufnahme vom See zu machen, die ich den Bildern gleich voran stelle.

Dann ging es auch schon weiter nach Quito. Hier fanden wir einen ganz prächtigen Schlafplatz auf einem 24 Stunden bewachten Parkplatz zwischen einem riesigen Marriott Hotel und Mc Donalds. Auch wenn es wirklich unglaublich scheint. Hier war es ruhig wie auf dem Land. Der Parkplatz war riesig lang und wir standen ganz hinten unter Bäumen und weit weg von der Straße.

 

Quito war gar nicht „so schlimm“, wie wir vorher dachten. Die Altstadt ist wirklich richtig hübsch. Ansonsten wuchert die Millionenstadt aber ganz unschön zu allen Seiten weg. 

In Quito besuchten wir auch das Convento San Francisco. Sehr schick, sehr groß. Das erstaunlichste waren aber die „Artikel“, die wir in den Gewölben unter dem Kirchenportal fanden. Hier wird in den Gängen Kunsthandwerk verkauft. Da hat uns doch das ein oder andere nicht schlecht staunen lassen.

Und dann kam er, der Moment. 

Mit jedem Fuß auf einer anderen Welthalbkugel. Das hat was. Nein, keine Kommentare jetzt zu Martins Schuhen. Die findet er schön!!  Von „ Bata“. Ich dachte mich trifft der Schlag. Aber sie seien nun mal bequem wie Kuhfladen und außerdem seien sie „schick“. Tja, so schick, dass wir sogar in Chile 2 Tage nach einem identischen Ersatzpaar fahnden mussten, als Martin seine tollen Treter Nachts mal vor dem Wohnmobil vergaß und am Morgen den Tränen nahe deren Verlust feststellen musste ( ich glaube die dort freilaufenden Hunde haben sich die als Lederkauknochen geschnappt- was anderes ist für mich unvorstellbar!!). Wie man sieht, gab es die Dinger noch mal in einem anderen Bata Geschäft. Ich sehe sie seitdem jeden Tag an Martin Füßen.

Und dann setzten wir an zum Sprung von der Süd – auf die Nordhalbkugel. 

Diese Äquatorlinie hat bereits vor 1000 Jahren das Leben und die Landwirtschaft der Cara-Indianer bestimmte.

 

Die nächste Station war dann Otavalo, eines der größten indigenen Handelszentren.  Am Samstag zieht sich der Kunsthandwerkermarkt durch die gesamten Straßen. Natürlich ist hier vieles touristisch. Aber nichts desto trotz ein unglaubliches Farbspektakel.  Wenig touristisch ist hingegen der hier auch stattfindende Früchte – und Gemüsemarkt. Die Indigena tragen hier eine wirkliche hübsche Tracht aus blumenbestickten Blusen, dunklen Röcken, Schultertuch und Schmuck. Die Männer traditionell helle Hosen und dunklen Poncho. 

Dann ging es weiter Richtung Norden. Auf dem von Patrizia und Hans geführten Campingplatz in Ibarra trifft sich so ziemlich alles, was von Süd nach Nord oder umgekehrt unterwegs ist. Eine total entspannte Atmosphäre. Am Sonntag öffnen die Beiden ihr Cafe mit deutschem Kuchen, selbstgebackenem Brot und Kleinigkeiten zu Essen. Hier war es einfach zu entspannen. Wir unterhielten uns viel mit anderen Reisenden, kochten gemeinsam, saßen am Lagerfeuer und wir trafen hier auch auf Christian, von dessen Seite „Weindis-Worldtour.at“  ich in meiner Planungs – und Vorbereitungsphase zu Hause viel gelernt hatte.

 

 

 

 

Nun geht es über die Grenze nach Kolumbien.

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Kommentare: 3
  • #1

    Edel (Samstag, 19 März 2016 19:06)

    Super - sehr atmosphärisch, auch hier bewegen wieder die Fotos.

    Alles Liebe Edel & Wolfgang

  • #2

    Hamjoe (Sonntag, 20 März 2016 11:47)

    Hätte nicht gedacht, dass Südamerika so facettenreich ist. Habe durch Euren Blog einiges gelernt und bin sehr gespannt auf Notizen aus Kolumbien. Alles Gute, Jörn

  • #3

    Pietz aus Niebüll (Sonntag, 20 März 2016 17:50)

    Wieder mal tolle Fotos mit viel Farbe, Land und Leuten. Vielen Dank für die Übermittlung Eurer sehr interessanten Reiseeindrücke! Das Lagerfeuerfoto mit Martin erinnert irgendwie an die Malboro-Werbung...
    Herzlich Willkommen im `Norden´!
    Grüße von Pietz