Noch mehr Wüste

Viel ist nicht passiert seit unserer " Wüstenhalbinsel", aber damit ich nichts vergessen tu, schreibe ich die letzten Tage doch mal nieder, zumal wir hier gerade famoses Internet haben.

Auf der Anfahrt nach Lima beschossen wir uns einen kleinen Zwischenstop in einem Badevorort enzulegen. Hier sollen  sie sein zur Sommerfrische, die Einwohner Limas. Und sie waren tatsächlich da. Nette kleine super gepflegte Stadt, in die man nur durch einen bemannten Schlagbaum einfahren kann. Unsere Liesel konnten wir unter dem wachsamen Auge einer Dame der Stadtverwaltung abstellen. Es sei "muy seguro" hier.

 

Insbesondere war es aber supervoll an den kleinen Stränden. So etwas haben wir noch nie gesehen. Wirklich Schrirm an Schirm. Wir haben uns auch einen gemietet und uns südamerikanisch mit den anderen aneinander gekuschelt. Unglaublich, wie sich dann dort durch die Schirme und Handtücher noch die Eis-, Wasser-, Gebäck-, Bier-, und Sonstwasverkäufer durchschlängeln.

Am nächsten Morgen ging es dann auf nach Lima. Wir dachten, wir seinen schlau und starten schön früh, in der Hoffnung, Lima würde erst so gegen 9:00 richtig wach werden. Pustekuchen. Was soll ich sagen, ein Alptraum. Wirklich, dagegen war der Verkehr in Buenos Aires gesittet und ruhig. Hier in Peru wird einfach losgefahren. Den Zusammenstoß verhindert nach deren fester Überzeugung schlichtes Dauerhupen. Um einen herum hunderter hupender, drängelnder Autos, Busse, LKWs. Lima ist ein riesiger Moloch mit sage und schreibe 9,5 Millionen Einwohnern. Arme, dicke Liesel. Martin behielt mal wieder Nerven wie Drahtseile. Meine Nerven lagen allerdings schon nach 2 km blank. Ich kurbelte schließlich mein Fenster runter und machte zumindest den  von rechts  drängelnden und sich reinquetschenden Autofahrern durch unmissverständliche Handzeichen klar, dass jetzt aber mal schön gewartet wird. Wo bleibt denn da die Höflichkeit den fremden Gästen gegenüber??

Ziel war eine in der Ioverlander gefundene Werkstatt für Mercedes. Und wir erreichten sie tatsächlich ohne eine einzige Blessur. Es stellte sich mal wieder als große Mercedes Werkstatt raus, was wir diesmal eigentlich gar nicht suchten, da  vornehmlich nur der Tankstutzen repariert werden sollte, der seit einiger Zeit beim Tanken immer tropfte. Das war Martin dann immer zu und zu peinlich, wenn wir auf den Tankstellen ganze Pfützen Diesel hinterließen. Auch hier wieder nett. Da wir gerade da waren, gaben wir auch noch Öl- und Filterwechsel nebst Abschmieren in Auftrag. Dann konnten wir erst einmal bis Nachmittags das Weite suchen. Wege sind das in dieser Riesenstadt, unglaublich. Die Altstadt hat uns super gut gefallen. Wirklich toll restauriert und pikobello. Aber die Stadteile, die man bis dahin durchfuhr, grauselig! Ich habe das nicht fotografiert. Das kann man gar nicht auf Bildern festhalten. Wirklich dreckig, unfertige Häuser und Armut.

 

Guckt mal, Kollegen. Hier in Lima habe ich unseren Gänsemarkt Fresstempel wiedergefunden!

Wir hörten dann von Mercedes, dass der Filter erst aus dem Hauptlager kommen müsse. Ich schlug dann vor, dass wir ein Hotel nähmen. Das kam uns sehr gelegen, dann konnten wir uns in aller Ruhe noch den schönen Stadteil Miraflores angucken, der direkt am Pazifik liegt und eigentlich so das "Inviertel" Limas ist.

Am nächsten Morgen dann der Ärger. Martin fiel nach Kontrolle auf, dass der Tankstutzen gar nicht in Angriff genommen worden ist. Auf meinen Hinweis, dass dies ja nun unser Hauptanliegen gewesen sei, erwiderte der Typ, tja dafür habe es aber kein Original "Ersatzteil" gegeben. Der Arme, der musste sich dann von mir ein paar Takte anhören. Es sei ja wohl von Anfang an klar gewesen, dass es dafür kein "Ersatzteil" geben könne, da Mercedes ja bekanntlich keine Wohnmobile solcher Art baue. Sie hätten ja wohl genug Mechaniker, die sich was hätten einfallen lassen können. Nein, hatte man dort wohl nicht. Mein Genöle hatte aber immerhin den Erfolg, dass wir einen Abschlag auf die Rechnung bekommen haben. Also weiter Richtung Norden. Da müssen wir dann eben unterwegs eine andere Möglichkeit finden.

Wir hielten Nachmittags in dem touristisch völlig unbekannten Ort Huacho. Hier hofften wir vor allem erst einmal unsere Berge von Wäsche loswerden zu können. Die Dame der Lavanderia eröffnete uns, dass es aber nun bis morgen 19:00 dauern würde. Also wieder die Suche nach einem Schlafplatz beginnen. Den fanden wir auf einem bewachten und mit Tor Nachts zu verriegelnden Parkplatz eines Baumarktes. Und nicht nur das, "der Onkel eines  Freundes eines Arbeitskollegen" sei Mechaniker. Da würde morgen früh mal angefragt. Dieser kam, nahm uns mit zu seiner Werkstatt und fand zügig eine Lösung für unseren Tropfhahn. Perfekt. Alles erledigt.

 

Die Weiterfahrt nördlich von Lima ist vor allem eins: öde. So was von öde. Sand, Sand und noch mal Sand. Heißer Wind. Man klebt und schwitzt. Wir haben uns daher für den Kauf von 2 Klimaanlagen entschieden.

Nix Schönes fürs Auge, diese Wüste und das hunderte von Kilometern. Immer wieder mal ein einsames, erbärmliches Haus. Wovon und wie die Menschen dort leben, bleibt uns rätselhaft. Die Ödnis wird ab und an durchbrochen von kleinen Oasen mit Wasserläufen. Eine Wohltat, wenn man dann mal einige Kilometer durch Grün fahren kann.

 

 

Letztlich bewegen sich aber wohl fast alle Touristen auch vornehmlich nur in der südlichen Hälfte von Peru. Hier oben im Norden gibt es einfach zu wenig zu sehen.

Die Panamericana Norte führt oft direkt am Pazifik entlang. So ist es einem wenigstens vergönnt, schöne Rastplätze zu finden. Wir schlachteten bei einer solchen Pause dann erst einmal die Mangos, die hier derzeit reif sind und für unerhört wenig Geld direkt an der Straße verkauft werden. Wir wussten vorher gar nicht, welche Massen an unterschiedlichen Sorten Mangos existieren. Natürlich haben wir auch aus Mangos Marmelade gekocht. Wirklich super lecker!

Die Panamericana ist, wie Ihr oben gesehen habt, in einem tadellosen Zustand. Jedenfalls außerhalb der Ortschaften, durch die sie immer wieder durchführt. Diese kleinen Örtchen mit ihren TukTuks erinnern uns immer wieder stark an Thailand. Sieht irgendwie ähnlich aus. Schön sind auch immer wieder die andere Transportkultur und der hiesige Ideenreichtum.

Derzeit sind wir  erst einmal  in der Nähe von Trujillo. Hier gibt es noch einige "Steine" zu sehen, ebenso etwas weiter nördlich, bevor wir dann kurz vor der Grenze nach Ecuador noch einige Tage am Pazifik auf einem sehr schönen Campingplatz ausruhen werden. Davon dann nächstes Mal mehr.

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Kommentare: 2
  • #1

    Norbert (Sonntag, 21 Februar 2016 18:34)

    Hallo Andrea,
    Hallo Martin,
    klasse was Ihr so alles erlebt. Würde mich über ein paar Fotos von und aus einer Tischlerei freuen.
    Weiterhin gute Fahrt.
    Liebe Grüße Norbert

  • #2

    Jürgen (Montag, 22 Februar 2016 10:02)

    Hallo Weltenbummeler,
    immer wieder Danke für die erfrischenden Infos zu Eurer Reise....Also die Airkondition hat sich wirklich gelohne, nicht nur kühlend sondern auch unheimlich Kleidsam (vor allem bei Martin :-)).
    Beim Bild mit dem LKW voll Ziegelsteinen sieht man doch mal wieder, dass das Thema "Ladungssichrung" in Deutschland viel zu streng gesehen wird. " 2 junge Burschen auf den Steinen reichen doch vollkommen aus...
    Weiterhin schönes Schwitzen und immer eine Handbreit Sand untem Heck.
    Liebe Grüße Astrid und Jürgen