Wüstenei

Da haben sie uns wieder, die sandigen Flächen.

Wir mussten aus dem Hochland wieder an die Küste. Da nützt nix. Das bedeutet einmal quer durch die Anden. Sage und schreibe drei Pässe über 4000 Metern musste Liesel hochkraxeln. Bis auf 4.500 Metern ging es bergan und auch wieder bergab. Wie immer mal wunderschöne Ausblicke, aber auch nach jeder Kurve wieder Martins „ also, diese Felswände, die sind doch nur ungesichertes Geröll. Total gefährlich das“. Auf 690 km erscheint einem das dann doch irgendwann einmal etwas nörgelig.

Aber wo er Recht hat, hat er Recht. Diese Strecke war in Bezug auf Steinschlag wirklich nicht ohne. So ein Pech, wenn man genau zur falschen Zeit, am falschen Straßenabschnitt wäre!

Waren wir aber nicht. Wir kamen durch. Auch wenn der Bildschirm der Navilette eher wie ein medizinisches Bild einer Darmverschlingung anmutete. Mia, so viele Reisetabletten hättest Du gar nicht essen können, um mit uns da rüber zu kommen!

Freundlicherweise durften wir auch noch auf über 4000 Metern ein heraufziehendes Gewitter erleben, welches wir aber zum Glück nur am Rand streiften. Tat mir schon irgendwie leid, der Motorradfahrer, der uns entgegen kam und unmittelbar in die Gewitterzone hinein fuhr.

 

 Und dann, nach dem letzten Pass, war er wieder da. Der öde braune Sand. Und warm haben dies es hier auf dieser Seite an der Küste. Puschelige 33 Grad.

 

Was soll man sagen. Waghalsig und optimistisch ist  der Peruaner. Mit dem Ding über die 4000 er Pässe. Da ziehen wir doch mal den Sonnenhut. 

Erstes Ziel war Nasca. Die berühmten Nasca Linien. Flug oder nicht Flug, das war unsere erste Frage. Nicht Flug hat gewonnen. Aus mehreren Gründen:

  • Sollen viele Unfälle passieren. Ich gehe davon aus, dass die Peruaner in der Luft nicht anders fahren, als auf der Straße. Dann dürfte das zweifelsfrei wahr sein.
  • Sollen die Flieger so schnell von rechts nach links kippen, dass für den Fall, dass das Gesicht nicht in einer Spucktüte steckt, der Fotoapparat gleichwohl nicht schnell genug auf das Bild gerichtet werden kann.
  • Martin fest davon überzeugt ist, dass die Linien Fake sind und Scharen von Peruanern abgestellt sind jede Nacht die Linien freizuschaufeln, die ihre pfiffigen Großeltern einst als Touristenattraktion   in die Wüste geritzt haben.

 

 

 

Wir entschieden uns also für den 11 Meter hohen Aussichtsturm, von dem zwei Bilder aus zu sehen sind. Dann fuhren wir auch noch nach Palpa. Hier sind viel später, viel ältere Zeichnungen gefunden worden. Diese kann man ebenfalls ganz wunderbar und völlig risikofrei von einem Aussichtsturm bewundern.

Wir trafen übrigens etwas später zwei Österreicherinnen, die uns versicherten, dass die Flüge ihre unsinnigste Geldausgabe der Reise gewesen sei. In der Tat haben sie es lediglich geschafft ein einziges Bild zu fotografieren. Tja, da hab ich nun mehr.

 

Dann wollten wir uns eigentlich die riesigen Sanddünen von Huacachina anschauen. Aber schon der Reiseführer verklausulierte irgend so etwas, wie ein grandioses Müllproblem. Und stimmte haargenau. Einen solchen Haufen an Dreck haben wir lange nicht mehr gesehen. Da konnten uns die Dünen auch nicht überzeugen, zu bleiben. Und im Hinblick auf die angebotenen Sandbuggyfahrten gilt ja wieder das oben unter 1. Gesagte.

Wir machten also, dass wir von dannen kamen und steuerten die Halbinsel Paracas an. Eine ganz famose Wüstenhalbinsel. Sehr eigenwillig das Ambieten dort.

 

Hier blieben wir 3 Tage. Das Campen  ist hier im Naturschutzgebiet erlaubt. Hier haben wir 2 x ganz wunderbar frischen Fisch gegessen. Mit Blick quer über die Bucht auf Liesel.

Und, ja, für Marmelade ist uns nichts zu schwer. Die  kann man auch in der Wüste kochen!

Nun geht es noch ein Stück die Küste hoch bis nach Lima, unserem nächsten Ziel.

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Kommentare: 1
  • #1

    edel (Samstag, 27 Februar 2016 19:09)

    Auch das gehört zur Reise - die richtigen Entscheidungen treffen - da seid Ihr schon Profis.
    Liebe Grüße aus dem frühlingshaften Hamburg
    Edel & Wolfgang