Kult Tour

Wir haben ein paar Jahrhunderte zurück geblickt.

Unser Weg nach und rund um Cusco war mit jeder Menge alter Steine gepflastert. Wir haben einen Blick in die Wari und Inka Kultur geworfen.

Unser Weg führte zuerst einmal von Puno Richtung Cusco.  Die Umgebung wurde grüner und grüner. Für das Auge wirklich unglaublich hübsch. Gerade nach unserer langen Zeit in den kargen Wüstenregionen. Abends hieß es erst einmal wieder einen Übernachtungsplatz zu finden. Da ist rechts neben der Straße eine Zufahrt zu…? Wie heißt das? Pikillacta! Aha. Das hatte ich doch im Führer gelesen. Eine der Besichtigungsstätten, für die man das Boleto Turistico benötigt. So eine Art Besichtigungspass, mit dem man mehrere Museen und Ausgrabungsstätten besuchen kann. Mal gucken, ob sie uns abends einlassen und wir dann dort übernachten können. Kein Mensch da, Schranke offen. Also rein. Wunderbare ruhige Nacht. Am nächsten Morgen besichtigten wir dann in aller Frühe die Anlage, die noch etwas rudimentär ist. Ein Mitarbeiter kam dann dort auf der Anlage mit uns ins Gespräch und erklärte uns den Aufbau dieser ehemaligen  Wari Stadt. Die Wari lebten zwischen 600 und 1000 n.Chr und damit vor den Inka. Die Restaurierung dieser Anlage steckt noch in den Kinderschuhen. Die Geldmittel sind noch nicht ausreichend vorhanden.

 

 

Am nächsten Morgen kauften wir dann zur Überraschung der Dame an der Kasse beim Herausfahren unser Touristenticket.

Der Weg führte nun nach Tipon, den hängenden Gärten. Diese Anlage der Inka ( kurzer Überblick zu den Inka:  link) liegt sehr hoch in den Bergen. Eine Anlage von diversen Terrassen mit einem ausgeklügelten Bewässerungssystem, welches auch heute noch funktioniert. Die Historiker sind sich nicht ganz sicher, ob es sich hier um Gärten eines Königs oder vielleicht doch eher um eine Art landwirtschaftliche Versuchsfelder handelt. Auch hier kamen wir mit einem Mitarbeiter ins Gespräch, der uns erläuterte, dass auf jedem Feld andere Erde gefunden worden sei. Insoweit geht er von Versuchsfeldern aus. Es ist unglaublich, was und wie die Inka schon vor Jahrhunderten konstruieren und bauen konnten. Die Mauern der Terrassen sind exakt Fuge auf Fuge gelegt und alle mit demselben Neigungswinkel, damit sie möglichst stabil sind.

 

Auf der Weiterfahrt begegnete uns dann im unten liegenden Ort ein merkwürdiger Umzug, dessen Sinn wir nicht verstanden. Es war ein ganz normaler Vormittag mitten in der Woche.

Der nächste „ Programmpunkt“ stand auf unserem Weg an. Pisaq. Auf einem schmalen Bergvorsprung hoch über der Stadt errichteten die Inka auf den baulichen Vorleistungen der Wari eine Stadt, die durch Tore und Bastionen geschützt war.  Wir mussten ordentlich hochkraxeln. Mal wieder keinerlei richtigen Sicherungen an den Wegen. Ein Schritt daneben und weg ist man. Aber so allmählich macht uns das nichts mehr aus. Der Ausblick war großartig. Wie haben die nur die Steine hochbekommen.

Und dann gings Richtung Ollantaytambo. Dem Ausgangspunkt für das Highlight unserer Perureise. Dem Besuch von Machu Picchu.

 

Überflüssig zu erwähnen, dass auch hier Ruinen zu besichtigen waren. Alles voll hier in der Umgebung von Cusco.  Ollantaytambo ist ein süßer kleiner touristischer Ort. Wir standen mit Liesel ganz kommod auf einem 24 Stunden bewachten Parkplatz direkt an der Straße, an deren Ende die Zugfahrt in  Richtung Machu Picchu losgeht.

Machu Picchu ist nicht über den Straßenweg erreichbar. Von Ollantaytambo fährt Perurail oder Incarail durch den Urwald, immer am reißenden Fluss Urubamba entlang 1 ½ Stunden nach Agua Calientes.  Von hier fahren dann Busse hoch auf den Berg zum Machu Picchu.

Die Besucherzahl ist auf 2500 pro Tag begrenzt. Die Planung des Ausfluges ist so kompliziert, wie man das nur irgendwie hinbekommen kann. Als Ausländer kann man die Tickets für Machu Picchu nicht im Internet buchen. Man muss also erst einmal die Fahrkarten für die Bahn kaufen. Die ist natürlich auch immer ordentlich voll. Wir hatten Glück und ergatterten die beiden letzten Plätzen für die begehrte Abfahrt morgens um 6.10 Uhr. Am Abend vorher soll man dann im Internet gucken, ob noch ausreichend Tickets für Machu Picchu vorhanden sind, bevor man sich in den teuren Zug setzt. Das war alles o.k. abends noch 1.300 Karten da. Am nächsten Morgen noch mal gecheckt. Ok. Noch ca. 900. Auf geht’s. In Agua Calientes musste man dann kompliziert die Verkaufsstelle der Eintrittskarten  für Machu Picchu suchen, um dann weiter zu irren und die Verkaufsstelle der Busse hoch auf den Berg zu finden. Praktischer Weise liegen diese nämlich nicht etwa in der Nähe zueinander. Und dann ging es los. Der Bus schraubt sich höher und höher, der Urubamba nur noch als dünnes Band zu sehen. Dunkelgrüne Berge, Nebel, eine unwirkliche Atmosphäre.

Man weiß nur wenig historisch Belegbares über Machu Picchu. Gesichert ist, dass sich viele Mitglieder des Inka-Könighauses nach der Zerstörung des Inkareiches durch die Spanier unter Mitnahme reicher Schätze aus Cusco in entfernte Berggegenden absetzten. Dadurch seien die Inka in der Lage gewesen noch öfter Überraschungsangriffe gegen die Spanier zu führen. Erst mit der Hinrichtung des letzten Inkakönigs Tupac Amaru soll 1572 der Widerstand aufgehört haben.  Danach wurde Machu Picchu  vom Dschungel verschlungen. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde Machu Picchu wiederentdeckt und steht seit 1981 er unter Naturschutz.

Vom oberen Aussichtspunkt aus, an dem wahrscheinlich jeder Besucher der Inkastadt kontrolliert wurde, kann man die gesamte Anlage am Besten überblicken. Frühmorgens im unwirklichen Nebel, der sich dann langsam lichtete. Man kann sich richtig vorstellen, wie damals dort der Markt stattfand und die Bewohner sich dort in den verschiedenen Vierteln der Handwerker, Akademiker und im Palastbereich bewegten.

 

Wir hatten ein solches Glück mit dem Wetter! Am Tag davor hat es geschüttet wie aus Eimern. Wir hatten daher komplette Regenausrüstung dabei. Die Pullis und Regenjacken mussten wir dann dort bei 23 Grad die ganze Zeit mitschleppen, bzw. um uns rum hängen.  Das erschwerte den steilen Weg noch weiter hoch. Aber der tolle Blick entschädigte dafür.

Wir können jetzt verstehen, warum der Machu Picchu eine solche Anziehungskraft für Besucher hat. Ein wirklich lohnendes Ziel.

Am nächsten Morgen brachen wir auf nach Cusco. Unterwegs hielten wir auf dem Markt in Urubamba, der eigentlich durchweg nur von Einheimischen besucht wird.

 

Ich entschloss mich hier einmal möglichst diskret mit meinem größten Teleobjektiv die Menschen dort einzufangen. 

Weiter ging es Richtung Cusco. Auch auf 3.500  bis 3.700 Metern Höhe immer noch wahnsinnig grün und intensive Landwirtschaft.

 

Cusco selbst ist ebenfalls unbedingt einen Besuch wert. Allerdings haben wir auf unserer Reise noch nie so viele Touristen auf einmal gesehen. Aber Cusco ist eben für Touristen auch der Ausgangsort für Reisen zum Machu Picchu. 

Insgesamt sind wir nun im Nachhinein sehr froh, dass Bergland hier in der „Regenzeit“ besucht zu haben. Die Einheimischen bestätigten uns, dass um diese Zeit die Natur einfach am Schönsten sei. In der Trockenzeit Juli bis September sei alles viel grauer und vertrockneter.

 

 

Wir werden nun wieder Richtung Küste fahren. Da wir hierbei einige Hundert Kilometer zurücklegen und drei Pässe über 4000 Metern bewältigen müssen, werden wir wohl bis Mitte der nächsten Woche für den Weg benötigen, bis wir in Nazca ankommen. Dort an der Küste wird es dann wieder erheblich wärmer sein. Wir sind gespannt.

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Kommentare: 3
  • #1

    Jürgen (Montag, 08 Februar 2016 11:57)

    Hallo Ihr Lieben,
    Machu Picchu war schon sehr beeindruckend, schön das Ihr Tickets bekommen habt. Sehr gut gefallen mir die Bilder mit den Menschen deiner heimliche Teleobjektivaktion. Freut mich das es Euch so gut geht und Ihr so viel zu sehen bekommt. Hier im Rheinland wurden heute die meisten Rosenmontagsumzüge abgesagt, es naht ein großes Sturmtief...
    Ich wünsche Euch weiterhin alles Gute auf Eurer Weiterfahrt bei den alten Inkas. Grüße Astrid und Jürgen

  • #2

    Martina und Lothar (Montag, 08 Februar 2016 20:01)

    Hallo aus Chile, noch ganz knapp. Morgen geht es rüber nach Argentinien.
    Wie schön das euch die Höhe nichts ausmacht und ihr das Alles erleben durftet.
    Freuen uns für euch und lesen immer brav die Berichte.
    Save travel und immer Luft im Reifen :-)
    Martina und Lothar

  • #3

    Edel (Sonntag, 14 Februar 2016 15:28)

    Ich schließe mich voll und ganz meinem Vorgänger "Jürgen" an. Ich kann nur sagen "phantastisch". Wir freuen uns auf jeden neuen Bericht und die tollen Fotos.
    Liebe Grüße aus der Hamburger Regenzeit Edel & Wolfgang