Jetzt ist aber mal genug mit Strand und schön

Eigentlich habe ich so gar nichts zu berichten.

 

 

Ich könnte jetzt natürlich alle gefühlt 150 Strände im Einzelnen beschreien, aber damit würde ich dann wahrscheinlich auch den gutmütigsten Leser vertreiben.

Wir haben uns nun wieder bis Montevideo runtergearbeitet. Durchgehend schönes Wetter und eine Strandsituation hübscher, als die andere. Wir haben immer frei gestanden. Das ist eigentlich der größte Genuss daran. Kein Hotel der Welt bietet Dir unentwegt direkten Strandzugang und von überall Blick aufs Meer.

Natürlich waren wir auch an Punta del Este vorbeigefahren. Im Sommer der Hotspot der Reichen und Schönen. Jetzt eine unwirkliche Geisterstadt mit einem „leeren“ Wohnsilo neben dem nächsten. Das kann man sich nicht vorstellen. Kilometer lang am Strand ein Extremhochhaus neben dem anderen, alle voll von Ferienappartements, die jetzt außerhalb der Saison verwaist sind. Schlicht gesagt. Grauenvoll. Wie das dann hier im Sommer ist und wie vor allem die abertausenden Wohnungsbesitzer, die ja alle übereinander wohnen, nebeneinander an den Strand passen sollen, ist uns rätselhaft. Aber in den Mümmelmannsberg Unterkünften leben wahrscheinlich auch nur Hans und Franz, die was vom „ Schickimicki“ abbekommen wollen.  Die „ Skyline des Horrors könnt Ihr auf dem Foto unten sehen.

Richtig schick ist es in der Umgebung von Punta del Este. Das sind wahrlich schöne Villen. Viele unter Reed, so dass wir uns manchmal wie auf Sylt vorkamen. Auf jeden Fall war Punta del Este mit vielen Banken bestückt, die wir sehr gut brauchen konnten. Wir mussten uns mit Amerikanischen Dollars bevorraten, die man hier in Uruguay statt Pesos ziehen kann. Da die Höchstgrenze aber nur 300,00 Dollar pro Transaktion ist, mussten wir eine Bank nach der anderen aufsuchen. Die Dollars benötigten wir zum nochmaligen Umtausch in argentinische Pesos und zur Aufstockung des Dollarvorrates an sich. Viele Touristische Unternehmungen in Argentinien werden nur noch gegen Dollar angeboten, da der Peso zu schnell fällt. Auch hier in Uruguay haben wir in einer Wechselstube sehr günstig unsere Dollar in argentinische Pesos wechseln können. Nicht ganz so günstig wie in Brasilien, aber immer noch 14,3 Pesos pro Dollar, statt 9,3 Pesos entsprechend des stattlich festgelegten Kurses in Argentinien.

Sehr gut gefallen hat uns dann Piriapolis. Eine wirklich schöne Bucht. Wir haben keine Mühe gescheut und sind unter Einsatz unseres Lebens mit einem Sessellift den Berg hinaufgefahren, der in Deutschland sofort und ohne Vertun stillgelegt worden wäre. Geniale Konstruktion. Überall lose Kabel, die Rollen teilweise verrottet und der Ein – und Ausstieg nur was für Sportliche. Oben lag dann der „ Schrott“ (wahrscheinlich von den abgefallenen Sitzen), der möglicherweise noch einmal zum Nachdenken vor der Abfahrt anregen sollte. Nicht mit uns. Wir haben bezahlt und dann wird auch gefahren. Wir haben es überlebt und unten gemerkt, dass wir auch mit der Liesel hätten hochfahren können. Das haben wir dann Abends getan und dort nicht nur das Romantikfoto der untergehenden Sonne vor der Kapelle geschossen, sondern gleich dort geblieben und mal wieder mit Superblick übernachtet. Dies dürfte wirklich der entscheidende Vorteil der Wintersaison sein. Wir können selbst mit der dicken Liesel überall stehen. Apropos „dick“. Oben auf dem Berg habe ich den dicksten Hund fotografiert, den ich je gesehen habe. Abends watschelte sie dann herum. Erschreckend wie kurz Beine wirken können, wenn ein solches Tonnengewölbe von einem Hund mitgeschleppt wird.

Wir sind nun noch einmal kurz in Montevideo. Mutti braucht dringend zu den Laufschuhen auch eine Laufhose. Die bisher genutzte 7 Euro Chinabüx ruscht hinten runter. Ist ja auch doof beim Laufen, wenn man hinten immer hochziehen muss. Also, nützt nix. Herrlich, dass ich Laufhosen aller Formen zuhause im Schrank habe. Aber kann man denn ahnen, dass ich hier auch Laufen muss? 

Das ist übrigens meine vollautomatische Kaffeemaschine für den Latte Macciato. Bestes Ergebnis, erfordert nur etwas logistischen Aufwand. Ja, so ist das Camperleben. Aber man will ja auch auf nichts verzichten.

auch das junge Päärchen neben uns aus Frankreich hält an Sitten und Gebräuchen fest. Das mit dem morgendlichen Waschen ist allerdings im T 2 etwas schwieriger als bei uns, aber ein Waschlappen und eine Wasserflasche tun es zur Not eben auch.

Und dann, ab Montag ? Ab Montag habe ich in Atlantida ( 40 km von Montevideo entfernt) einen mir selbst verordneten 1 wöchigen Spanischprivatunterricht. Ich gebe jetzt alles. Juan, mein Lehrer, hat für uns schon einen Campingplatz aufgetan. Martin kann relaxen. Ich will nicht sagen, dass bei ihm Hopfen und Malz verloren sind, aber in nur einer Woche lernt man wirklich nichts, das hätte keinen Sinn gemacht. Er drängelt auch so gar nicht.

Ich hoffe, dass ich dann noch ein bißchen besser gerüstet bin für unseren dann folgenden Auftritt bei der Gastfamilie von Mia, wo sie ihr Jahr in Argentinien verbracht hat. Wir werden also von Atlantida nach Roldan ( bei Rosario) in Argentinien aufbrechen. Ich hoffe, dass dann mein Spanisch ausreicht, um mich mit Mias ehemaligen Gasteltern Valeria und Fernando unterhalten zu können.



Bis zum nächsten Mal...

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Kommentare: 1
  • #1

    Doris (Dienstag, 22 September 2015 08:37)

    Moin ihr Lieben, also für so einen Kaffee würde ich glatt mal rum kommen! ;))
    Ist es nicht herrlich, wie sich das Bild von wahren Bedürfnissen und tiefem Genuss verschiebt?Euch zu begleiten ist wunderbar! So wissen wir, dass es da draußen in der großen, weiten Welt viel schönes zu entdecken gibt und nicht nur Hamburger Schiettwetter, das uns jetzt schon einen Vorgeschmack auf den Winterblues geben will. Gute Fahrt weiterhin und " Hummel Hummel- ..."