Von Florianopolis nach St. Moritz ?

Wir fahren weiter und landen in St.Moritz. Kann das sein? Wo bitte ist denn hier Brasilien? Aber der Reihe nach:

Auch die schönsten Tage gehen einmal vorbei. Das Wetter sollte ohnehin umschlagen und wir machten uns vom Strandurlaub in Florianopolis weiter auf den Weg Richtung Süden, also in immer kältere Gefilde. Das „umgedrehte“ an den Kalendermonaten und der  Richtung des Guten Wetters verwirrt uns immer noch. Die erste Station, die wir ansteuern ist die berühmte Praia do Rosa. Laut Führer soll er zu den schönsten Stränden Südamerikas gehören. Bei der holperigen Anfahrt konnten wir ihm auch nur wünschen, dass er uns dann ganz besonders überrascht. Tat er auch. Wir sahen die Bucht kaum. Ein unglaublich merkwürdiges Wetterphänomen. Strahlender Sonnenschein, aber über das Wasser zog auf den Strand eine dicke graue Nebelsuppe und hüllte diesen blitzschnell ein. Ja, nee, echt schön hier. Hier das schnell noch geschossene Foto, bevor man plötzlich keinerlei Sonne oder Bucht mehr sah. 

Na, da hatten wir aber schon besseres gesehen. Also, auf zum nächsten Strand, in der Hoffnung, auf dem dort beschriebenen Campingplatz nächtigen zu können. Wieder rumpelpumpel Anfahrt zum Farol de Sta.Marta. Hier gibt es sehr viele Dünenstrände im Süden Brasiliens. Für uns immer wieder überraschend, welche Ähnlichkeit das mit Dänemark hat. Koordinaten stimmen. Da ist der Campingplatz-  aber fest verschlossen. Das hat man davon, dass man außerhalb der Saison kommt. Wohin des Weges? Unglücklicherweise harrte auch noch Wäsche in unserer „Reisewaschmaschine“ auf Beachtung, Ausspülen und Aufhängen. Überleg, überleg. Martin, siehst Du da den Mast von der Straßenlampe? Also da fahren wir jetzt ran, spannen zwischen dem und dem Spiegel eine Leine und dann ran mit der Wäsche. Jetzt haben wir noch Wind und Sonne, ab morgen dann Regen (ich will kein muffiges Handtuch). Gesagt, getan. Hier das prächtige Ergebnis:

Die Tonne, die Martin in der Hand hat, ist übrigens die Waschmaschine. Wäsche rein, warmes Wasser und Waschmittel dazu. Roten Schraubdeckel drauf, ab in die Heckgarage und losfahren. Leider habe ich ihr noch nicht beibringen können, die Wäsche dann auch zu spülen und auszuwringen. Aber ich will mal nicht undankbar sein.

Wir entschlossen uns dann aber doch hier lieber nicht wild zu übernachten. Die gefühlt gesamte Dorfgemeinschaft war nämlich mittlerweile schäl guckend an unserer Ponderosa vorbeigefahren. Vielleicht haben die schon mal abgeschätzt, ob da noch mehr zu holen sei, als die Wäscheausstellung. Also los aufs geradewohl. Ich lotste Martin dann nach Karte einfach zu einem anderen Strand, der ganz allein am Ende einer Straße zu liegen schien. Und tatsächlich. Nichts los hier. Tote Hose. Alles nur Ferienunterkünfte und ein schöner großer Parkplatz. Hübsch ausgeleuchtet und gegenüber von zwei bewohnten Wohnungen. Ich bin ja ein Schisser und habe dann doch bis ca. 3:00 wachgelegen. So konnte ich aber noch Mia viel Glück für ihre letzte Klausur in diesem Jahr wünschen. Hat eben alles sein Gutes.

Nun gings weiter in Richtung Serra Gaucha. Dies ist ein Hochplateau, welches ein Drittel von ganz Rio Grande do Sul einnimmt. Hier gibt es neben der „ Rota Romantica“, die durch elf Städtchen führt, insbesondere aber auch die „ Weinstädte“ und jede Menge Naturparks. Bei der Rota Romantica sind insbesonder Gramado und Canela sehenswert. Da wollten wir als erstes hin. Auf der Fahrt beim Tanken entdecken wir dann eine LKW Waschanlage. Die Liesel hats dringend nötig. Ist das mal eine tolle „ Waschanlage“:

Ordentlich ins Zeug gelegt haben sich die Jungs. Ich glaube die Liesel hat es genossen. Sie guckte so wohlig. Während Martin draußen die Arbeit beaufsichtigen musste, habe ich drinnen schon einmal etwas für den Blog geschrieben. Plötzlich, der Kerl richtete gerade den Wasserstrahl auf mein Fenster, tropfte ein dicker Platsch neben mich. Neiiin, nicht schon wieder ein Wassereinbruch. Das nächste undichte Fenster. Hä? Wieso ist das denn so weiß? Alles dicht am Fenster, aber auf meinem Sitz ein fetter Fleck, ebenso auf dem Kissen. Schnüffel, schnüffel. Iih, das ist ja Milch! Des Rätsels Lösung? Ich hatte die auf Vorrat gekaufte Milch schön ordentlich oben im Schrank auf eine herausstehende Schraube gespießt. Tja, perforierte Milchtüten sind zur Vorratshaltung eben nicht so geeignet. Irgendwie haben wir es mit Feuchtigkeitsschäden jeglicher Art.

Dann stand aber dem Weg in die Berge nichts mehr im Wege. Es ist beeindruckend. Man schraubt sich so ca. 900 m hoch und dann befindet man sich plötzlich auf der Hochebene, wie auf oben geköpften Bergen. Gramado ist tatsächlich das St. Moritz für die Brasilianer, besonders wohl für die aus Porto Alegre, die hier dem dortigen heißen Sommer entfliehen. Hier auf dem Campingplatz giebt es jede Menge Dauercamper. Die geben sich hier aber nicht mit klein, klein zufrieden. Solche Riesendinger haben wir noch nie gesehen. Unter anderem ein Riesenwohnmobil, welches unter sich in der aufklappbaren Garage sogar Waschmaschine nebst Trockner beherbergte. Das Foto musste ich wegen der  Bewohner etwas diskret aus der Ferne ablichten.

In Gramado fühlt man sich wirklich wie in einem Schweizer Bergdorf. Aber eben in einem supernoblen Ort. Läden über Läden und Käsefondue über Käsefondue. Mia, wenn Du in Sao Paulo zu viel Brasilien hast, dann fahr einfach hierher. Das geht schneller, als zurück nach Europa.

Hier Fotos von Gramado und Umgebung, damit man sich das wirklich mal gut vorstellen kann. Die ersten drei Bilder sind übrigens aus dem örtlichen Perfummuseum und das fünfte Bild ist das nobelste Möbelhaus, das wir je gesehen haben ( was die hier so alles haben!).

 

Die nächsten Tage werden wir dann die verschiedenen Nationalparks und die Weingegend hier besuchen. Ich freue mich besonders auf letzteres.

Bis dann..

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Kommentare: 2
  • #1

    Dirk vanB (Donnerstag, 03 September 2015 22:52)

    Ich hoffe, Ihr wart auch in Novo Hamburg und habt den Michel und die Elbphilharmonie fotografiert!
    Andrea, ich freu mich immer sehr, Deine Berichte zu lesen! Jetzt läuft doch alles ganz smooth!
    Weiter viele tolle Eindrücke, von denen wir dann wenigstens die schönen Abdrücke bekommen.
    Liebe Grüße
    Dirk

  • #2

    Silke (Donnerstag, 03 September 2015 22:54)

    Ja, ich schon wieder........
    Aber ich kann nicht anders: wie die Liesel nach der Liesel-Wäsche mit der neuen weissen Liesel-Klappe erstrahlt, muss besonders kommentiert werden : ...........Wow !
    Ich finde, sie hat dadurch... so ... etwas................Besonderes !!!
    Ein echtes Individuum unter den Yoghurtbechern !!!! Schöööön!
    Schöne Reise durch die Nationalparks und lecker Wein !
    Eure Silke
    P.S. Warum ist das in Gramado so deutsch ? Bitte etwas historische Aufklärung !