Klappe , die Erste...

Heute nur schnell ein kurzer Zwischenbericht, damit alle Klappentechnisch auf dem Laufenden sind.

Wir haben eine neue Klappe. Aber, nun, ja, bevor ich Euch das Foto zeige, möchte ich Euch erst einmal seelisch darauf vorbereiten. 


Was ist schon "schön" oder gar "geschmackvoll"? Darauf kommt es doch gar nicht an.... Na, jedenfalls Martin nicht. Mir eigentlich schon. Aber ist schon in Ordnung. Wir können dann nun wahlweise als Dixiklo duchgehen oder den Bordverkauf starten.

Die wirklich super engagierten Aluminiumbauer hatten so schnell leider nur weiße Aluminiumplatten mit so ner Art Lammenprofil ( ich mutmaße, dass nun irgendeiner keine Fensterläden bekommt) zur Hand.

 

Nein, keine Gejohle jetzt bitte. 1A Meisterarbeit das Stück. Doppelwandig und gedämmt. Mit gaaaanz tollen Schlössern, wie Martin nicht müde wird zu betonen. Besonders, wenn er meinen frustrierten Blick auf die Seite von Liesel bemerkt. Nee, ist klar. Innere Werte zählen ja viel mehr....

Und hier ist es das Prachtstück:

Das mir jetzt ja keiner lacht! Passt doch toll zum weißen Griff, oder wie Tomas meinte: " was hast Du denn, ist doch besser als rot".

Ok. Ich werde das jetzt tapfer ertragen. Aber wenn ich irgendwo jemanden treffe, der das Ding "versilbern" kann, dann engagiere ich den. Vielleicht könnte ich ja erst einmal etwas Erde dagegen werfen. Sieht jetzt jedenfalls aus, wie so eklige, neue weiße Turnschuhe.

Die Klappe sollte gestern um 11:00 fertig sein, aber das war natürlich nicht der Fall. Also gondelten wir noch ein wenig durch die Gegend und nutzten die Zeit zum Einkauf und zum profimäßigen Geldumtausch. Dazu muss man wissen, dass in Argentinien der Wert des Peso zügig sinkt. Der offizielle Kurs eines US Dollars ist staatlich festgelegt auf derzeit rund 9,6 Pesos. Es hat sich eine Art Schwarzmarkt etabliert, der sogenannte " Dollar blue". Dessen Kurs stand gestern bei 15.84 Pesos pro Dollar. Es gibt hierfür wirklich offizielle Kurse.  Dass war ja der Punkt, an dem wir in Buenos Aires kläglich versagten. Eine rechtschaffende deutsche Juristin tauscht nicht schwarz. Natürlich würde sie das tun, wenn das auf der Straße nicht so gefährlich wäre. Heho, da kam uns ein Tipp hier in Brasilien gerade recht. " Auf der Tankstelle Oklahoma gegenüber vom Big Supermarkt, da gibt es eine Wechselstube mit einem Superkurs für argentinische Pesos".

So, so Tankstelle Oklahoma. Zack ins Internet und das Ding in Foz do Iguacu aufgetan.

Anfahrt und langsames unverdächtiges Rumschleichen um die ominöse, aber offizielle Wechselstube. Los, Martin, nimm die 3.000 Dollar unauffällig mit rein. Man sprach englisch. Tja, geht auch der Umtausch von Dollar in argentinische Pesos? Natürlich, die freundliche Antwort. Sie tauschen dann erst in brasilianische Reales und diese dann in argentinische Pesos. Hier sind die Kurse.

Oh, man, in meiner Aufregung war ich doch tatsächlich zu blöd mit diesem Dreisatz den Kurs Dollar/ Pesos raus zu bekommen. Er reichte mir einen Taschenrechner, aber auch das bekam ich peinlicherweise nicht hin. Er übernahm die Sache dann. Und tatsächlich ein Superkurs. 15,3 Pesos pro US Dollar, also fast der Schwarzmarktkurs, nur offiziell. Nee, was sind wir gewitzt. MIt 45.916 Pesos als Bündeln in den Händen schlichen wir, nach rechts und links absichernd, wieder zur Liesel. Schwupps rein und die Beute versteckt.

Dann erst inmal einkaufen. Die sind sehr ordentlich die Brasilianer. Alles ist hübsch gestapelt und die Kinder kann man in einem Käfig abgeben, bevor man selber einkaufen geht. Ich habe den Käfig von weit entfernt aufgenommen. Man will ja nicht als Spanner belangt werden..

Die Dosen enthalten übrigens allesamt Unmengen von gehacktem Knoblauch. Bei dem Brot konnte ich nicht widerstehen und habe drei Packungen gekauft. Hätten wir noch einen Anhänger, hätte ich den gesamten Bestand eingepackt. Ich hasse dies wabblige, weiße Zeug. 

Kurz vor der Kasse, fanden sich dann "unsere" deutschen Lebkuchen. Mal unabhängig davon, dass ich diese nicht in Brasilien erwartet hätte, wundert es mich schon, dass die schon im August rausgelegt werden. Ob das etwa unsere Altbestände von Weihnachten sind?

Insgesamt sind wir aber von der Hygiene in brasilianischen Läden und Restaurants mehr als angetan. Da kann sich Deutschland mal eine Scheibe abschneiden. In vielen Bereichen werden Hauben getragen. In einem Supermarkt, dem ein Selbstbedienungsrestaurant angeschlossen war, war vor dem Eingang gar ein Waschtisch! aufgebaut worden, damit Hans und Franz nicht mit schmutzigen Pfoten zum Essen geht.


Wir sind nun unterwegs von Foz de Iguacu "quer rüber" zur brasilianischen Atlantikküste, hier insbesondere zur Halbinsel Florianopolis.

Die Strecke beträgt "nur" rund 1000 km. Aber auch wir Unwissenden haben das natürlich prompt unterschätzt. Das sind eben keine deutschen Autobahnen. Und das ging auch nicht schnurgerade. Wir hatten ehrlich gesagt keine Ahnung, dass wir erst über hunderte von Km durch sanfte Hügellandschaft und nachher durch richtige Berge fahren mussten. Mit jeder Menge Serpentinen und Ortsdurchfahrten. Das Wort " Hubbel" treibt Martin jetzt in den Wahnsinn. Achtung, "Hubbel". Gefühlt 200 mal auf der Fahrt. Vor, in und nach jeder Ortschaft haben die auf die Fahrbahn so Riesenhubbel aufgebracht, die wirklich nur im Schritttempo überwunden werden können. Manchmal aus unerfindlichen Gründen auch gleich drei hintereinander.

Jedenfalls haben wir die Nacht von Dienstag auf Mittwoch zwischen röhrenden LKW`s auf einer Tankstelle verbracht und heute stehen wir in Pommerode ( 30.000 Einwohner und für seine Deutschtümelei bekannt) beim Sport - und Veranstaltungszentrum. Herrlich geschützt. Hier werden um 22:00 Uhr die Tore fest verschlossen. Schön, wie in der Jugendherberge. Aber das ist schon prima, dass man uns hier so freundlich nächtigen lässt.

Hier ein paar Eindrücke der Fahrt:

Hat sich doch bestimmt keiner Brasilien so vorgestellt, oder? Wir waren jedenfalls sehr überrascht eine Mischung aus dem Sauerland und Nordspanien inklusive Pyrenäen zu finden.


Ich schreibe übrigens nur deshalb heute schon, da ich hier am Veranstaltungszentrum super schnelles, freies Wifi habe. Wer weiß, wie das in den nächsten Tagen aussieht. Also nicht böse sein, wenn es mal etwas länger dauert.

So sieht übrigens mein Arbeitsplatz aus, wenn ich mit der Richtantenne schwache Signale zu erhaschen versuche:


Bis demnächst und noch einmal ganz, ganz lieben Dank für die vielen Kommentare und auch persönlichen Mails an uns.

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Kommentare: 5
  • #1

    Edel (Donnerstag, 27 August 2015 08:17)

    Ich finde die Tür schön! Gute Weiterfahrt.

  • #2

    Jürgen (Donnerstag, 27 August 2015 08:35)

    Hey Andrea, denk dran Du must ruhiger werden.... Vorgestern wolltest Du schon fast die Tour abbrechen, heute stört Dich die Klappe weil Sie weiß ist :-)). Mir gefällt Sie übrigens sehr gut, ich glaube Ihr konntet kein größeres Glück haben als diese Klappe in solch kurzer Zeit angefertigt zu bekommen. Sie passt und hat soooo schöne Schlösser. Kleb doch einfach ein paar Sticker drauf :-)
    Schön dass es jetzt weitergehen kann, weiterhin viel Spass.
    Liebe Grüße Jürgen und Astrid.
    P.S. Die Wasserfälle waren echt toll.. Äh...., wo wir gerade beim Thema Wasser sind, ist die Liesel wieder durchgetrocknet??

  • #3

    Wolfgang (Donnerstag, 27 August 2015 08:49)

    Moin Ihr Pechvögel. Eure Klappe , also Liesels Klappe, ist doch super geworden und passt farblich sehr gut zum Griff. Hoffe Liesel ist abgetrocknet und alles ist wieder gut.
    Ich kann es kaum abwarten bis der nächste Reisebericht da ist. Weiter eine gute Fahrt. Bisher ist doch alles gut gelaufen. Wasser und Klappe - das ist gar nicht so schlimm.
    Lieben Gruß aus Rahlstedt
    Wolfgang

  • #4

    Eric (Donnerstag, 27 August 2015)

    Moin aus HH! Also das ist ja wohl eine weltklasse Klappe. Ähem, Andrea, wenn Dich die Farbe stört, lass doch den Rest der Liesel auch weiss "tunen", findet ihr vielleicht einfacher als silber :-)
    LG Eric

  • #5

    Bärbel & Jens (Donnerstag, 27 August 2015 10:42)

    Moin,
    ihr müßt uns nicht alles nachmachen. Und falls ihr einen neuen Beschlag benötigt. Es gibt noch Ersatz im Paraiso Suizo.
    Liebe Grüße aus der regnerischen Nordheide